Windmühlen

Die Windmühlen der Uthlande

Windmühlen sind ausgereifte technische Meisterwerke ihrer Entstehungszeit. Bis heute sind die historischen Windmühlen der Uthlande weithin sichtbare Wahrzeichen ihrer jeweiligen Standorte. Obwohl sie heute ihre Funktion nicht mehr ausüben, bietet sich dem interessierten Gast an vielen Stellen unserer Insel- und Halligwelt die Möglichkeit, die Technik der Mühlen und ihre Einbindung in das Inselleben nachzuvollziehen.
Schon aus dem Mittelalter sind uns zahlreiche Mühlenstandorte bekannt, da die Beschädigungen oder Zerstörungen bei Stürmen und Wassereinbrüchen einen großen Schaden bedeuteten und in den Chroniken gewissenhaft vermerkt wurden. Im Gegensatz zu den meisten anderen Gebieten Europas gab es in den Uthlanden nur in Teilgebieten Mahlzwang: Die Selbstverwaltungsstrukturen und die weitgehende Unabhängigkeit der Harden von den jeweiligen Landesherren verhinderten in den anderen, dass einzelne Mühlen privilegiert und die umliegenden Anwohner zum zwangsweisen Mahlen in den Mühlen verpflichtet wurden.
Damit entstanden sehr früh hoch technisierte Wirtschaftsbetriebe, die sich am Markt orientieren mussten, um überleben zu können.
Es lassen sich drei Mühlentypen unterscheiden, die in ihrer Entwicklung aufeinander folgen:
· Die Bockmühlen, bei denen der gesamte Mühlenbau auf einem Bockgestell drehbar gelagert ist, um in den Wind gedreht werden zu können.
· Die „Holländischen Jungfern“, bei denen schon ein festes Unterhaus existiert, das Getriebe in seinem Gehäuse jedoch noch mit den Flügeln in den Wind gedreht werden muss.
· Die Kappen- oder Holländermühlen, bei denen die senkrechte Antriebsachse der Mahlwerke gleichzeitig Drehachse für eine bewegliche Kappe ist, die nur noch die Flügel und deren Drehachse in den Wind richtet.
Windmühlen sind ein Beispiel dafür, dass der Mensch schon vor langer Zeit in der Lage war, Naturkräfte für sich zu nutzen. Dabei half ihm die Erfahrung, diese Geräte laufend zu optimieren und damit den Wirkungsgrad zu erhöhen. Gleichzeitig entstanden hoch spezialisierte Handwerke, denn nicht nur die Müller als Betreiber mussten die Technik effizient beherrschen, auch die Mühlenbauer und Zimmerleute mussten den Aufbau kennen und laufend weiter entwickeln. Baumaterialien und Betriebsstoffe wie die Mahlsteine wurden oft über große Entfernungen heran geschafft. Müller waren deshalb oft geschickte Kaufleute, die die immensen Kosten zu amortisieren wussten. Ihre Beliebtheit bei den direkt mit ihnen verhandelnden Bauern war nicht immer uneingeschränkt.

Föhr:
Oldsum
Wrixum
Borgsum
Wyk, Mühlenstraße
Wyk, Häberlin-Museum

Amrum:
Nebel
Süddorf

Langeneß:
Bockmühle Ketelswarf

Pellworm:
Nordermühle
Tillimühle

Nordstrand:
Süderhafen
England