9. Salztorfabbau in Nordfriesland

Vom 12. bis zum 18. Jh. bauten die Friesen in den Marschen und im Wattgebiet Torf ab, um daraus Salz zu gewinnen.

Dieses Gewerbe wurde wetterbedingt ausschließlich in den Sommermonaten betrieben. Zu Beginn der Torfabbausaison hoben die Männer in der Marsch eine längliche Grube aus und stachen mit langen Hebeln eine 2-5 m lange Erdscholle ab. Nachdem die Kleischolle in die Grube gekippt worden war, lag der Salztorf frei und konnte abgegraben und mit Pferdekarren auf den höher gelegenen Trockenplatz transportiert werden.

Die Salzgewinnung wurde von den Nordfriesen als Nebenerwerb noch bis ins 18. Jh. hinein betrieben. Nach der Sturmflut von 1362 haben die Salzsieder den Torf nicht mehr in der Marsch sondern überwiegend im Watt abgebaut. Mit kleinen Segelbooten fuhren die Männer ins Wattenmeer, um bei Ebbe an geeigneter Stelle den Salztorf auszugraben. Mit der aufkommenden Flut segelten sie an Land zurück, wo die Frauen den Torf auf Sturzkarren zum Trocknungsplatz transportierten.