7. Salz in der Neuzeit

1556 erschien das Buch „Vom Berg- und Hüttenwesen“ des Chemnitzer Bürgermeisters Georg Agricola. Es war ein Lehrbuch seiner Zeit und machte die neue wissenschaftliche Sichtweise von Produktionsmethoden deutlich. Agricola beschreibt in einem seiner zwölf Kapitel genau die Methoden der Salzgewinnung.

Im 18. Jh. versuchten die Fürsten, alle benötigten Güter im eigenen Lande produzieren zu lassen oder geregelte Einfuhren zu erreichen, um nicht erpressbar zu sein. Teilweise förderten sie neue Produktionsstätten oder verboten andere. Gleichzeitig begann die systematische Erschließung der Bodenschätze. Deshalb griffen sie auch in die Salzproduktion und den Handel ein.

Mit dem Beginn der industriellen Revolution haben sich die Produktionsbedingungen stark verändert. Der Abbau in modernen Bergwerken fördert fast die Hälfte des heute benötigten Salzes. Zweite wichtige Methode ist die „Bohrlochsolung“, bei der Salz mit eingespültem Wasser aus seinen Lagerstätten gelöst wird. Das Sieden geschieht heute mit energiesparenden Vakuumverfahren.

Dabei haben sich die Produktionsmengen vervielfacht. Salz (NaCl) ist zur Grundlage zahlreicher Erzeugnisse der Chemischen Industrie geworden. Das Salz für unsere Ernährung macht nur noch einen geringen Prozentsatz aus. Ein Großteil geht in die Chemische Industrie als Grundlage verschiedenster Kunststoffe.