13. Der Absatz des Salzes

Die erste Erwähnung der Nordfriesischen Salzherstellung erfolgte vor 1200 bei dem dänischen Chronisten Saxo Grammaticus. „Torrefacta in salem gleba coquitur.“ Schon in Haithabu südlich von Schleswig wurde Friesensalz verwendet (11. Jh.). In den Stadtrechten von Schleswig (1200/1250), Flensburg (1284) und Apenrade (1288) wurden den Friesen der „Uthlande“ für den Salzhandel Sonderrechte eingeräumt. In dieser Zeit hat das Friesensalz auf der jütischen Halbinsel ein Monopol besessen.

Das sagenumwobene Rungholt, ein Ort an der Südküste der Uthlande, diente bis zu seinem Untergang im Jahre 1362 als Handelsort, der Kontakte bis Hamburg, Bremen und Flandern unterhielt. Eines der wesentlichen Exportgüter war Salz.

Handelszentrum für das nordfriesische Salz war ab dem hohen Mittelalter Ribe an der jütischen Nordseeküste. In diese Stadt brachten die Friesen auf kleinen Küstenseglern

einen Großteil ihres Salzes. Von dort ging es als “Ribersalz” weiter nach Jütland und Skandinavien.
Nur aufgrund seines geringen Preises konnte Friesensalz mit anderen Salzarten konkurrieren. Ab dem 16. Jahrhundert brachten die Niederländer gereinigtes Meersalz der Atlantikküste und aus Übersee zu vergleichbaren Preisen in den Handel. Dagegen konnte sich das weniger qualitätsvolle nordfriesische Salz nicht durchsetzen. Die Produktion ging stark zurück. Nachdem der schleswigsche Herzog und der dänische König versuchten, den Verkauf des Friesensalzes zugunsten des Lüneburger Salzes zu einzuschränken, kam das Gewerbe 1782 endgültig zum Erliegen.