Die Pellwormer Vogelkoje lohnt in mehrfacher Hinsicht
einen Besuch. Zum einen ist sie in ihrer ursprünglichen Funktion
ein Kulturdenkmal: Um einen künstlichen See in einem planmäßig
angelegten Wald findet man sechs "Pfeifen", Wasserarme,
die ursprünglich mit Fangreusen für Entenvögel ausgerüstet
waren. Erbaut um 1904 bis 6 wurde bis nach dem II. Weltkrieg dort
gejagt. In guten Jahren fing der Kojemann bis zu 11.000 Vögel,
schlachtete sie und schickte sie in die Konservenfabrik nach Föhr.
Dort wurden sie eingemacht und als Delikatessen etwa auf den großen
Überseedampfern nach Amerika verwendet.
Heute hat man die Vogelkoje in ein naturnahes Gebiet verwandelt.
Diese größte Baumansammlung der Insel bietet mit ihrer
Wasserfläche den verschiedensten Tieren eine Heimat. Erschlossen
ist sie durch das ursprüngliche Wegenetz, das von Anfang an
so angelegt war, daß man ungesehen jeden Punkt des kleinen
Sees erreichen kann. Betritt man das Gelände ruhig und ohne
Lärm, so kann man viele Tiere und Pflanzen beobachten. Auch
andere kleine Gehölze bieten Brut- und Lebensraum für
die vielfältige Tierwelt.