Naturschutz

Naturschutz

Nationalpark und Inselinneres

Der Naturschutz in der Region des Wattenmeeres umfaßt zwei sehr unterschiedliche Bereiche: Das Inselinnere, also eine bis heute intensiv genutzte Kulturlandschaft. Den Bereich des Meereseinflusses außerhalb der Deiche. Beide Bereiche werden sehr verschieden und von unterschiedlichen Institutionen geschützt.

Kleinteiliges Inselinneres

Im Innenbereich der Insel herrschen Landwirtschaft und andere menschliche Nutzung vor. Die Kleinräumigkeit der Landschaft hat aber dazu geführt, daß eine Reihe von schützenswerten Biotopen entstand. Durch Ankäufe seitens der Gemeinde sind viele von ihnen in naturnahe nutzungsfreie Gebiete überführt und werden von einem örtlichen Verein betreut.
Die größte zusammenhängende Wasserfläche bilden das Waldhusentief im Westen und der Beekstrom, der einen großen Teil der Insel über die Schleuse am Tammensiel entwässert. Beide sind die Reste eines mittelalterlichen Meereseinbruches. Obwohl sie nur vom Regenwasser gespeist werden, bilden sie zum Teil Salzwasserbiotope.

Im Südwesten der Insel zieht sich binnendeichs eine Reihe von kleinen Seen vom Parlament bis zum Leuchtturm hin. Diese “Pütten” sind entstanden, als Ende des 18. Jahrhunderts die Deiche zurück verlegt werden mußten. Man entnahm die Erde unmittelbar an den Baustellen, um Wege zu sparen.

Eine Besonderheit der Küstenregion bilden die “Vogelkojen”. Auch Pellworm verfügt über solch eine künstliche Fangeinrichtung für Enten. Seit Jahrzehnten wird sie jedoch nicht mehr genutzt und dient heute als sehenswertes Naturgebiet.

Die Insellandschaft ist in allen Bereichen kleinräumig strukturiert. So erweist sich die einheitlich wirkende Fläche der Wiesen und Weiden als äußerst vielfältig. Der Salzeinfluß des Grundwassers und geringe Höhenunterschiede führen zu sehr verschiedenen Wiesentypen mit deutlich unterschiedenen Pflanzengesellschaften. Einzelne Bereiche sind besonders geschützt oder stehen unter Beobachtung.

Die Verbindung zwischen all den bemerkenswerten Einzelbereichen wird durch die Wasserläufe, die künstlichen Trinkkuhlen in den “Fennen” (Wiesen) und die Brachen gebildet, die Trittsteinfunktionen übernehmen. Pflanzen und Tiere können so von einem Biotop in ein vergleichbares anderes Biotop wandern. Durch diese Vernetzung wird die Artenvielfalt der Insel auf Dauer aufrecht erhalten. Deshalb hat der Landschaftsplan alle diese Trittsteine aufgelistet und empfiehlt deren Schutz im Interesse des gesamten Inselschutzes.