Inseln & Halligen

Die Uthlande, eine historisch gewachsene Kulturlandschaft

Die „Region Uthlande“ setzt sich zusammen aus den Inseln Sylt, Föhr, AmrumPellworm und Nordstrand sowie den Halligen Gröde, Habel, Hamburger Hallig, Hooge, Langeneß, Norderoog, Nordstrandischmoor, Oland, Süderoog und Südfall des schleswig-holsteinischen Kreises Nordfriesland. In ihr leben und arbeiten fast 36.000 Menschen auf 320 km². Das umliegende Wattenmeer bildet einen weltweit einmaligen Naturraum und ist deshalb im „Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer“ geschützt. Fünf Inseln und neun Halligen mit zwei Städten, einer amtsfreien Gemeinde sowie 25 Gemeinden in fünf Ämtern bilden die Verwaltungsebene, die aufgrund der Inselsituation sehr kleinräumig strukturiert ist. Daneben arbeiten zahlreiche Vereine, Organisationen und Verbände inselübergreifend.
Die Regionsteile haben aufgrund verschiedener geographischer Bedingungen in der Vergangenheit unterschiedliche Entwicklungen genommen: Der Norden der Region (Sylt, Amrum, Teile Föhrs) hat seit der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts einen ausgeprägten Fremdenverkehr auf Basis des Kur- und Bäderbetriebes aufgebaut, da die kargen Geestböden eine vollständige Ernährung der Bevölkerung durch Landwirtschaft nicht erlaubten und die Einnahmen aus dem Walfang und der Seefahrt sich seit der napoleonischen Kontinentalsperre drastisch reduziert hatten. Der Süden (die Marschgebiete Föhrs, Pellworm, Nordstrand) hat bis zum Einsetzen der aktuellen Landwirtschaftskrise eine vorwiegend agrarische Prägung ausgebildet. Die Halligen als unbedeichte Inseln, die bei Sturmfluten regelmäßig überspült werden, bilden eine Sondersituation: Sie müssen bewohnt bleiben, damit ihr Erhalt gesichert ist. Sie sind unverzichtbare Elemente flächenhaften Küstenschutzes für die großen Inseln wie die gesamte nordfriesische Festlandsküste.
Die Uthlande sind das Ergebnis eines tausendjährigen erdgeschichtlichen und historischen Prozesses, der nie zu einer zusammenfassenden politischen Organisation geführt hat. Ursprünglich lag an der Westküste des Landesteiles Schleswig eine große Feuchtniederung, die gegen die Nordsee durch einen Dünenwall abgeschlossen war. Seit dem 7. Jh. wurde das Gebiet in mehreren Wellen durch Friesen besiedelt, die eine eigene Sprache und Kultur mitbrachten. Vor 1000 Jahren durchbrach die bis heute steigende Nordsee den natürlichen Schutzwall und zerriß die Region in immer kleinere Einheiten, es entstand eine vielfältige Inselwelt. Schon vor 800 Jahren waren die größeren tief liegenden Gebiete, die fruchtbaren Marschen, durch Deiche weitgehend geschützt. Aber erst im 17. Jahrhundert gelang es, diesen Zerstörungsprozeß aufzuhalten, noch heute sind weite Flächen vom Meer bedroht.
Die Natur spielt damit im Leben der Menschen eine entscheidende und alles beherrschende Rolle: Die Auseinandersetzung mit dem Meer verlangte die Entwicklung von Küstenschutztechniken, aber auch Selbstverwaltungsstrukturen zur schnellen und effektiven Reaktion auf Gefahren (Gründung von Deichverbänden der Grundbesitzer). Gleichzeitig führte die enge Verbindung zu einer Sensibilisierung: Man ist bestrebt, den Wattenmeerraum als eigenen Lebensraum intensiv zu schützen. Allerdings versteht man das Zusammenleben von Mensch und Natur als Symbiose, sieht im Küstenschutz auch Voraussetzung für den Naturschutz. Deshalb wird von den Einheimischen großer Wert auf die Einbindung der Menschen vor Ort in alle die Region betreffenden Entscheidungen gelegt (z.B. Schutzmaßnahmen des Kniepsandes und der Dünen auf Amrum bei gleichzeitiger vorsichtiger Öffnung für Besucher).
Haupt-Wirtschaftsfaktor in den Marschgebieten war bis vor wenigen Jahren die Landwirtschaft. Dabei herrschen mittelständische bäuerliche Familienbetriebe vor, die Viehwirtschaft und Pflanzenbau auf den zumeist hervorragenden Böden betreiben. Die Landwirtschaftskrise des letzten Jahrzehnts traf die von ihrer Verkehrsferne benachteiligten Betriebe doppelt hart. Eine Reihe stellte auf Öko-Landbau um (Pellworm 10%), andere spezialisierten sich. In den letzten Jahren setzt sich die Erkenntnis durch, daß man auf Qualität setzen, die Veredelung und Vermarktung in eigene Hände nehmen muß (z.B. Pellworm: weitgehende Direktvermarktung der Öko-Produkte und Wollverarbeitung). Dabei laufen Bemühungen, ehemals vorhandene Strukturen zu reaktivieren. Die Entwicklung eines Gütesiegels und die Verhandlung mit Einzelhandelsketten zielen auf den Aufbau eigenständiger, verbraucherorientierter Vermarktungs- und Veredelungsstrukturen für Premium-Qualitäten unter Nutzung des bundesweit positiven Images der Region (z.B. das auf Pellworm und Föhr entwickelte und in Angriff genommene Regionalvermarktungskonzept).
Auf dem Sektor Regenerative Energien haben Teile der Region eine internationale Vorreiterrolle übernommen: Pellworm war Standort des parallel zum „Growian-Projekt“ durchgeführten „Klewian-Projektes“ zur Erprobung von Windanlagen. Hier befindet sich eines der größten kombinierten Wind-Sonnen-Kraftwerke Europas. Parallel entstehen auf anderen Inseln ähnliche Bausteine. Ein flächendeckendes Energiekataster für die Region zur koordinierten Weiterentwicklung und Erfahrungsvermittlung soll die bisherigen Einzelbausteine vernetzen.
Motor für diese Anstrengungen ist die Infrastruktur, durch die Verkehrsferne überwunden werden soll. Das betrifft nicht nur den aufwendigen Transport von Menschen und Gütern übers Wasser, auch die Energieversorgung, die Trinkwasseranbindung sowie die Entsorgung von Müll und Abwasser sind kostenträchtige Probleme. Deshalb wird neben der Organisation der Verkehrsströme auch die Verringerung des Verkehrsaufkommens durch die Schließung von Kreisläufen angestrebt.
Die Region bietet ein Reizklima, das für den Kurbetrieb genutzt werden kann. Seit über 150 Jahren entwickelt sich der Tourismus, der mittlerweile ein Haupt-Wirtschaftsfaktor ist. Nachdem in früheren Zeiten überwiegend auf quantitatives Wachstum gesetzt wurde, hat man mittlerweile erkannt, daß man Natur, Landschaft und Menschen schützen muß, um langfristig Erfolge zu sichern. Deshalb liegt der Schwerpunkt inzwischen in weiten Bereichen der Uthlande auf Qualitätsmanagement, das auf eine Ausweitung der Saison statt Steigerung von Bettenzahlen zielt. Außerdem strebt man an, den Gast für die vielfältigen schützenswerten Belange von Natur, Kultur und Umwelt zu sensiblisieren (z.B. Nutzung ehemaliger Bundeswehrflächen in List/Sylt zur Errichtung eines Walzentrums zur Besucherinformation).
Erfolgreiches Mittel dieser Sensibilisierung ist die Erarbeitung von Bildungsangeboten für Einheimische und Gäste. Der Erhalt eigener Erfahrungen und die Weitergabe von den Älteren an die Jüngeren sowie die Freisetzung der unkonventionellen Potentiale des ausgeprägten Querdenkens müssen über Bildungsmechanismen für die Region ausgeweitet werden. Die Region will zuallererst in ihre Menschen zu investieren.
In vielen Bereichen nutzt man mittlerweile die Neuen Medien. Sie erlauben nicht nur standort-unabhängige Schaffung von Arbeitsplätzen (Call-Center-Pellworm) und damit Überwindung der Verkehrsferne, sondern auch zeitgemäße Vermittlung von Inhalten und Zielen (EXPO-Info-Zentrum, Pellworm; Umweltzentrum, Wyk auf Föhr). Gleichzeitig dienen sie der inneren und äußeren Kommunikation der Regionsteile! Wichtig ist die überregionale und internationale Vernetzung, die die Gesamtregion, aber auch verschiedene Einzelbereiche aufgebaut haben.
Die wichtigsten Angebote an Kulturereignisstätten, die eine umfassende Information vor Ort erlauben, sollen hier vorgestellt werden. Dabei nutzen wir moderne Medien, um die Uthlande auch auswärtigen Interessenten nahebringen zu können. Hier finden Sie Zugang zu den einzelnen Inseln und Halligen. Es ist beabsichtigt, zu jeder der Subregionen eine historische Einführung zu erstellen.

weiterführende Links:
Insel Sylt: www.sylt.de
Insel Föhr: www.foehr.de
Insel Amrum: www.amrum.de
Hallig Hooge: www.hooge.de
Hallig Langeneß: www.langeness.de
Insel Pellworm: www.pellworm.de
Pellworm – Inselgeschichte: www.insel-museum.de
Pellworm Regenerative Energien: Energie Vortrag Pellworm
Insel Nordstrand: www.nordstrand.de
Hallig Nordstrandischmoor: www.nordstrandisch
moor.de
Hallig Gröde: www.groede.de
Hallig intern: www.tysklandguide.com